Freitag, 3. März 2017

Und manchmal kommt es anders

als man am Anfang denkt.

Da saß ich nun also am 16.02. bei meiner Frauenärztin im Wartezimmer und war nervös wie noch nie zuvor. Klar ich war schon oft nervös, aber in diesem Moment war mir heiß und kalt, ich zitterte und hoffte. Mein Mann konnte nicht dabei sein also hatte ich eine Freundin dabei. Sie war mir allerdings in dem Moment auch keine so große Hilfe. Die Zeit lief im Schneckentempo, ich wollte doch nur wissen ob dieser mini kleine schwarze Punkt größer geworden ist und ich nun wirklich (auch bestätigt vom Arzt) schwanger bin. Ich bin im Kopf sämtliche Szenarien durch gegangen die mir so eingefallen sind und habe schon überlegt wie ich es meinem Mann sage falls da doch kein kleines Würmchen in mir ist. Aber das Szenario, dass mich am Ende erwartete, das hatte ich mir beim besten Willen nicht ausgemalt.
Ich wurde ins Behandlungszimmer gerufen und musste dort nochmals warten, nicht so lange wie vorher aber jede Minute kommt einem wie eine Ewigkeit vor. Als meine Ärztin kam, meinte sie wir wechseln den Raum, weil das andere US-Gerät die bessere Auflösung hätte. Gesagt getan, der Raum ist mir schließlich schnuppe. 

Nach einem kurzen Vorgespräch durfte ich dann zur Untersuchung... und es dauerte nicht lange da sah man es....unser Krümelchen. Wie ein kleines Gummibärchen sah es aus nur mit einem kräftigen Herzschlag. Da war sofort diese Liebe für dieses kleine Lebewesen. Aber mein Blick blieb nicht am Krümelchen hängen sondern an etwas rechts daneben. Es sah aus wie früher meine Eierstockzysten. Ich betrachtete es weiter, während meine Ärztin weiter das Krümelchen schallte. Bildete ich mir das ein? Das konnte nicht sein! Nein! 

Mein Gesicht muss wohl etwas panisch ausgesehen haben, denn nun bemerkte auch meine Ärztin dieses etwas. Sie meinte ich solle mir erstmal keine Sorgen machen Zysten kommen manchmal vor, Sie würde nur noch das Baby fertig schallen und sich dann die Zyste anschauen. Wenige sekunden später war es soweit und auch sie konnte ihren Augen erstmal nicht trauen und musste noch 2-3 mal "neu ansetzen" bevor sie sich sicher war. 
Wir hatten zwei Fruchthöhlen mit je einem Gummibärchen und jedes hatte einen starken Herzschlag. Auf dem Bild kann man es nicht erkennen, denn für die Akte brauchte sie ein Bild mit beiden Fruchthöhlen. 
Meine Ärztin meinte ich solle mich nicht zu früh freuen, denn von 100 Zwillingsschwangerschaften werden am Ende nur 25 auch wirklich als Zwillinge geboren. Bei den anderen 75 stirbt einer der Zwillinge in der frühen Schwangerschaft und wird vom Körper resorbiert. 
Nehmt es mir nicht übel, aber in diesem Moment war ich alles andere als erfreut, mir ging der Hintern auf Grundeis, ich hatte Panik. Zwei Babies! Wir haben doch nur ein Kinderzimmer und alles was wir uns bisher "ausgesucht" haben für unser Baby ist jetzt hinfällig oder muss doppelt gekauft werden. Wie soll ich mit zwei Babies zurecht kommen, wenn mein Mann an der Arbeit ist (mit seinen 24 std. Schichten)? Wie soll meine operierte Bandscheibe das gewicht von zwei Babies aushalten, wenn der Arzt schon gesagt hat, dass es bei einem Baby zum Schluss hin kritisch werden kann? 

All diese Fragen schossen gleichzeitig durch meinen Kopf! Eben war da noch so viel Liebe und jetzt nur noch blanke Panik. Sofort machte ich mir Vorwürfe! Wie konnte ich nur? Mich bei einem Baby freuen aber in dem Moment wo es zwei sind all meine Freude vergessen?

Die Ärztin sagte mir, dass wir nun engmaschiger Untersuchen müssen und ich nun anstatt alle 4 Wochen alle 2 Wochen in die Praxis kommen muss. Aber immerhin wären meine Blutwerte im Normbereich, darüber müssten wir uns also keine Sorgen machen.

Ich ging also ziemlich blass und zitternd mit meinem Mutterpass in der Hand und meiner Freundin an meiner Seite zum Auto. Sie fragte was los wäre aber ich musste es erstmal meinem Mann mitteilen. Meine Nachricht lautete " Fertig, aber setz dich besser hin wenn du anrufst" und als er dann anrief fragte ich ihn nur "Wieviele Kinder wolltest du?" "Zwei wieso?" "Na dann Herzlichen Glückwunsch!" Er verstand es sofort und freute sich riesig. Meine Freundin hatte es natürlich auch gehört und auch sie freute sich. Wenig später teilte ich es meiner Mama am Telefon mit kurz bevor sie arbeiten musste und auch sie freute sich. Alle freuten sich! Nur ich, ich war überfordert, voller Panik und fing an zu heulen...wie ein kleiner Schlosshund, voll mit Hormonen.

Das zog sich noch den ganzen Tag hin, ich besprach das ganze auch mit meiner Nachbarin und ihrer Schwester und unserem Nachbarn...und auch sie freuten sich. Aber meine Nachbarin sagte mir, dass es normal wäre, dass es mir gerade so geht und dass ich einfach meine Zeit brauchen würde. Sie hatte recht, am Ende des Tages sagte ich unseren beiden Krümeln bei einer Bauchmassage, dass ich mich auf sie freue und dass sie mir bitte die Zeit geben sollen mich daran zu gewöhnen, dass sie zu zweit sind aber dass ich sie liebe und dass sie sich ja gut festhalten sollen.
Das erste was mein Mann am nächsten Tag gemacht hat als er nach Hause kam, war meinem Bauch zwei küsschen zu geben. Für jedes Krümelchen einen und dann mir. 

Mein Mann ist so voller Liebe für uns und Verständis für mich und meine Hormonbedingten launen und dafür liebe ich ihn umso mehr. Ich bin so froh ihn zu haben und ich freue mich darauf mit ihm und unseren Zwillingen eine Familie zu sein. Eine eigene kleine Familie. Bei dem Gedanken läuft mein Herz über vor Liebe <3 nbsp="" span="">

Heute sind wir bei 7+4 also in SSW 8 und die Babies sollten so groß wie eine Himbeere sein. Nächsten Freitag (05.03.) sieht mein Mann die beiden dann zum ersten Mal im US. Wir hoffen, dass sie noch zu zweit sind und sich auch beide gut entwickelt haben. Ich weiß nicht genau wann ich den Post hochlade...aber ich hoffe ihr drückt und trotzdem die Daumen :)

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